Der große Waschtag

17.03.05 Früher hatten die Menschen es nicht so leicht mit der Wäsche. Es dauerte ein paar Stunden, bis ein Teil gewaschen und sauber war. Dies erfuhren wir bei einem Besuch im Wanderuper Heimatmuseum.

Herr Prey empfing uns morgens um 8.00 Uhr an der Tür des Museums. Innen roch es ein bisschen alt und muffig. „Hier ist ja auch alles alt, dann darf es ruhig mal ein bisschen miefen“, sagte Herr Prey. Wir gewöhnten uns schnell an den Geruch. Das Gebäude, in dem das Heimatmuseum jetzt ist, wurde vor 145 Jahre gebaut.

Früher wohnte hier der Lehrer und nebenan war die Schule. 1986 wurde das Museum mit einem großen Fest eingeweiht. Herr Prey arbeitet schon seit 20 Jahren für das Museum. Dafür bekommt er kein Geld, da er ehrenamtlich arbeitet. Herr Prey kümmert sich um alles und hat auch viele Helfer. So zum Beispiel Frau Clausen, die mit uns die Wäsche gewaschen hat. „Sie ist unsere Wäsche-Fachfrau“, erklärte Herr Prey. Ein paar Kinder, die wir als „Tester“ ausgesucht hatten, verkleideten sich als Waschfrau. Herr Prey wollte gern helfen, konnte aber das Kopftuch nicht richtig knoten. „Männer wissen nicht wie Waschfrauen angezogen werden“, stellten wir fest. Es gab ein großes Gejohle, als Finn Jonas, Rafi, Bedri und Imren fertig waren, da sie wie Putzfrauen aussahen. „Ich fand es fast ein bisschen peinlich, als Rafi und ich ein Kopftuch und eine Schürze anziehen mussten“, sagte Finn Jonas später in der Schule, „aber es hat auch Spaß gemacht Wäsche zu waschen.“

 

 

Die Wäsche hat man vor 100 Jahren in einem Waschkessel gewaschen und dann in riesigen Schüsseln gespült. Vorher musste das Wasser geholt werden. Das war sehr schwer. Die einzelnen Wäschestücke holte man mit einer Wäschezange, die wie eine große Würstchenzange aussieht, aus dem heißen Wasser heraus. Die Menschen hatten richtige Waschbretter, auf denen die Wäsche sauber gerubbelt wurde. Mit einer Wringe wurde das überschüssige Wasser aus der Wäsche gedrückt.

Die Wäschemangel machte die Wäsche glatt. Waschen war früher ganz anstrengend. Die Menschen hatten es nicht so leicht. Alle 14 Tage war Waschtag. Das hieß Wäsche waschen, mangeln, bügeln und waschen.... ! Das Waschen war meistens Frauenarbeit, deshalb durften bei uns die Jungen waschen. „Da kommt man ganz schön ins Schwitzen“, meinte Bedri. Wir hatten also alle eine Pause verdient. Es gab für jeden von uns noch ein Schokokussbrötchen und ein Getränk. Früher haben die Menschen natürlich ganz andere Sachen wie Suppen, Fisch und Eintöpfe gegessen.

Aber auch Herr Prey und Frau Clausen, die mit uns zum ersten Mal in ihrem Leben ein Schokokussbrötchen aßen, waren der Meinung: „Das schmeckt wirklich lecker.“ Dass es im Museum noch sehr viel mehr zu sehen gibt, konnten wir anschließend feststellen. Für uns ist klar: „Das war toll, da gehen wir bestimmt noch mal hin!“ Es ist schon erstaunlich, wie die Menschen früher gelebt haben.

 

Grundschule Wanderup, Klasse 3 im Rahmen des Projekts ZIGSCH (Zeitung in der Grundschule)

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